{"id":8335,"date":"2026-07-20T15:00:41","date_gmt":"2026-07-20T13:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/?p=8335"},"modified":"2026-07-20T15:03:27","modified_gmt":"2026-07-20T13:03:27","slug":"zero-trust-kein-blindes-vertrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/zero-trust-kein-blindes-vertrauen\/","title":{"rendered":"Zero Trust Security: Prinzipien, Bausteine und Umsetzung im Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Klassische Sicherheitsarchitekturen konzentrierten sich lange darauf, die Grenze zwischen einem vermeintlich vertrauensw\u00fcrdigen internen Netzwerk und externen Netzen abzusichern. Cloud-Dienste, mobiles Arbeiten, verteilte Anwendungen und eine wachsende Zahl vernetzter Ger\u00e4te zeigen jedoch, wie stark sich Unternehmens-IT ver\u00e4ndert. Die klare Trennung zwischen \u201eintern\u201c und \u201eextern\u201c wird dadurch zunehmend schwieriger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Warum klassische Netzwerkgrenzen nicht mehr ausreichen<\/h2>\n<p>Die technologische Entwicklung ver\u00e4ndert nicht nur die IT-Infrastrukturen von Unternehmen, sondern auch die Vorgehensweisen von Angreifern. Phishing, Ransomware, Social Engineering, <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/gefahr-durch-deepfakes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deepfakes<\/a>, kompromittierte Konten und unsichere Ger\u00e4te k\u00f6nnen Unternehmen unabh\u00e4ngig davon gef\u00e4hrden, ob ein Zugriff aus dem eigenen Netzwerk oder von au\u00dferhalb erfolgt.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Anhaltend hohe Bedrohungslage<\/strong><br \/>\nCyberkriminelle gehen zunehmend professionell und arbeitsteilig vor. Phishing, Identit\u00e4tsdiebstahl und Ransomware z\u00e4hlen zu den relevanten Bedrohungen f\u00fcr Unternehmen. Auch <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/ki-phishing-wie-ki-cyberangriffe-2026-gefaehrlicher-praeziser-und-unsichtbarer-macht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">KI-gest\u00fctzte Phishing-Angriffe<\/a> zeigen, wie bestehende Angriffsmethoden skaliert und \u00fcberzeugender gestaltet werden k\u00f6nnen. Einfache Sicherheitsregeln, die Zugriffe allein anhand des Netzwerkstandorts bewerten, reichen deshalb nicht aus.<\/li>\n<li><strong>Hybride Arbeitsmodelle<\/strong><br \/>\nHomeoffice und mobiles Arbeiten f\u00fchren dazu, dass Mitarbeitende von unterschiedlichen Standorten und mit verschiedenen Ger\u00e4ten auf Unternehmensressourcen zugreifen. Dadurch entstehen zus\u00e4tzliche Zugriffsszenarien, die Unternehmen kontrollieren und absichern m\u00fcssen.<\/li>\n<li><strong>Cloud-Transformation<\/strong><br \/>\nAnwendungen und Daten befinden sich heute h\u00e4ufig sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch in privaten oder \u00f6ffentlichen Cloud-Umgebungen. Dadurch gewinnt auch die <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/cloud-sicherheit-tipps\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cloud-Sicherheit<\/a> an Bedeutung. Traditionelle Netzwerkgrenzen verlieren zunehmend ihre Funktion als alleinige Grundlage f\u00fcr Zugriffsentscheidungen.<\/li>\n<li><strong>Wachsende Zahl von Maschinenidentit\u00e4ten<\/strong><br \/>\nNicht nur Menschen greifen auf Systeme und Daten zu. Auch <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/maschinenidentitaeten-einfach-erklaert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maschinenidentit\u00e4ten<\/a> wie Anwendungen, APIs, Container und Cloud-Workloads sowie vernetzte <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/iot-sicherheit-einfach-erklaert-die-rolle-von-zertifikaten-und-pki\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IoT-Ger\u00e4te<\/a> kommunizieren miteinander. Sie ben\u00f6tigen \u00fcberpr\u00fcfbare Identit\u00e4ten, geeignete Authentifizierungsverfahren und kontrollierte Berechtigungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Genau hier setzt das Zero-Trust-Konzept an: Benutzern, Ger\u00e4ten, Anwendungen und Diensten wird nicht allein aufgrund ihres Standorts oder ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zum Unternehmensnetzwerk vertraut. Stattdessen muss jeder Zugriff auf eine gesch\u00fctzte Ressource ausdr\u00fccklich gepr\u00fcft und autorisiert werden.<\/p>\n<h2>Was ist Zero Trust Security?<\/h2>\n<p>Zero Trust Security ist ein Sicherheitsansatz, bei dem Benutzern, Ger\u00e4ten, Anwendungen und Diensten nicht allein aufgrund ihres Standorts oder ihrer Zugeh\u00f6rigkeit zu einem Unternehmensnetzwerk vertraut wird. Zugriffe werden stattdessen f\u00fcr die jeweilige Ressource anhand festgelegter Sicherheitsrichtlinien bewertet.<\/p>\n<p>Dabei k\u00f6nnen unter anderem die Identit\u00e4t des Benutzers oder Systems, der Zustand des verwendeten Ger\u00e4ts, die angeforderte Ressource, der Standort, das bisherige Verhalten und das aktuelle Risiko ber\u00fccksichtigt werden. \u00c4ndern sich diese Rahmenbedingungen, kann ein bereits erlaubter Zugriff erneut gepr\u00fcft, eingeschr\u00e4nkt oder beendet werden.<\/p>\n<h3>Kein implizites Vertrauen<\/h3>\n<p>Das h\u00e4ufig mit Zero Trust verbundene Leitmotiv \u201eNever trust, always verify\u201c bedeutet nicht, dass Unternehmen s\u00e4mtliche Benutzer, Ger\u00e4te und Anwendungen grunds\u00e4tzlich als Angreifer behandeln. Entscheidend ist vielmehr, dass kein implizites Vertrauen vorausgesetzt wird.<br \/>\nEin Zugriff gilt also nicht automatisch als sicher, nur weil er aus dem internen Unternehmensnetzwerk stammt. Ebenso wird ein externer Zugriff nicht allein aufgrund seines Standorts abgelehnt. Ma\u00dfgeblich ist, ob die jeweilige Identit\u00e4t, das Ger\u00e4t und der konkrete Zugriff die definierten Sicherheitsanforderungen erf\u00fcllen.<\/p>\n<h3>Zero Trust ist kein einzelnes Produkt<\/h3>\n<p>Zero Trust l\u00e4sst sich nicht pauschal durch die Einf\u00fchrung einer einzelnen Sicherheitsl\u00f6sung umsetzen. Vielmehr handelt es sich um ein \u00fcbergreifendes Architektur- und Organisationsprinzip, das verschiedene technische und organisatorische Ma\u00dfnahmen miteinander verbindet.<br \/>\nErst das abgestimmte Zusammenspiel von Identit\u00e4tspr\u00fcfung, Zugriffssteuerung, Ger\u00e4tesicherheit, Segmentierung und Monitoring erm\u00f6glicht es, Zugriffe nachvollziehbar zu bewerten und auf die tats\u00e4chlich ben\u00f6tigten Ressourcen zu begrenzen.<\/p>\n<h2>Die zentralen Prinzipien von Zero Trust<\/h2>\n<p>Zero Trust Security basiert auf mehreren Grundprinzipien, die gemeinsam daf\u00fcr sorgen, dass Zugriffe kontrolliert, Risiken fr\u00fchzeitig erkannt und m\u00f6gliche Sch\u00e4den begrenzt werden.<\/p>\n<h3>Mit einer m\u00f6glichen Kompromittierung rechnen<\/h3>\n<p>Das Prinzip \u201eAssume Breach\u201c geht davon aus, dass Benutzerkonten, Ger\u00e4te oder einzelne Systeme bereits kompromittiert sein k\u00f6nnten. Unternehmen verlassen sich deshalb nicht darauf, dass ein erfolgreicher Login oder der Zugriff aus dem internen Netzwerk automatisch f\u00fcr Sicherheit steht.<\/p>\n<p>Stattdessen werden Sicherheitsma\u00dfnahmen so gestaltet, dass ein Angreifer selbst nach einem erfolgreichen Eindringen m\u00f6glichst wenig Schaden anrichten kann. Dazu geh\u00f6ren unter anderem begrenzte Berechtigungen, segmentierte Zugriffe, eine umfassende Protokollierung und die schnelle Erkennung ungew\u00f6hnlicher Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Diese Annahme bedeutet nicht, dass Unternehmen st\u00e4ndig von einem aktiven Angriff ausgehen m\u00fcssen. Sie sorgt vielmehr daf\u00fcr, dass Sicherheitsarchitekturen auch dann wirksam bleiben, wenn einzelne Schutzmechanismen bereits umgangen wurden.<\/p>\n<h3>Zugriffe ausdr\u00fccklich und kontextbezogen pr\u00fcfen<\/h3>\n<p>In einer Zero-Trust-Architektur wird jede Zugriffsanfrage ausdr\u00fccklich gepr\u00fcft. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Benutzer das richtige Passwort kennt oder sich bereits erfolgreich angemeldet hat. Auch der Kontext des Zugriffs flie\u00dft in die Sicherheitsentscheidung ein. Ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen beispielsweise:<\/p>\n<ul>\n<li>die Identit\u00e4t des Benutzers, Ger\u00e4ts oder Dienstes,<\/li>\n<li>die angeforderte Anwendung oder Ressource,<\/li>\n<li>der Sicherheits- und Patch-Status des Ger\u00e4ts,<\/li>\n<li>der Standort und der Zeitpunkt des Zugriffs,<\/li>\n<li>das bisherige Verhalten der Identit\u00e4t sowie<\/li>\n<li>aktuelle Risiko- und Bedrohungsinformationen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Zugriff, der zun\u00e4chst erlaubt wurde, muss dabei nicht unbegrenzt g\u00fcltig bleiben. \u00c4ndert sich der Kontext oder steigt das erkannte Risiko, kann eine erneute Authentifizierung verlangt, der Zugriff eingeschr\u00e4nkt oder die Sitzung beendet werden.<\/p>\n<h3>Nur notwendige Berechtigungen vergeben<\/h3>\n<p>Ein weiteres zentrales Element jeder Zero-Trust-Strategie ist das sogenannte Least-Privilege-Prinzip.<\/p>\n<p>\u201eLeast-Privilege\u201c sieht vor, dass Benutzer, Ger\u00e4te, Anwendungen und Dienste ausschlie\u00dflich jene Berechtigungen erhalten, die sie f\u00fcr ihre jeweilige Aufgabe tats\u00e4chlich ben\u00f6tigen. Zugriffsrechte sollten dabei m\u00f6glichst genau auf bestimmte Ressourcen, Aktionen und Zeitr\u00e4ume begrenzt werden.<\/p>\n<p>Ein Mitarbeitender aus der Buchhaltung ben\u00f6tigt beispielsweise in der Regel keinen Zugriff auf Entwicklungsserver oder administrative Systeme. Ebenso sollte ein Dienst nur mit den Anwendungen und Daten kommunizieren d\u00fcrfen, die f\u00fcr seinen vorgesehenen Zweck erforderlich sind.<\/p>\n<p>Wird ein Konto, Ger\u00e4t oder Dienst kompromittiert, begrenzen restriktive Berechtigungen den m\u00f6glichen Schaden. Angreifer k\u00f6nnen sich dadurch weniger leicht lateral innerhalb der IT-Umgebung bewegen oder auf weitere sensible Ressourcen zugreifen.<\/p>\n<h3>Ressourcen statt Netzwerkgrenzen sch\u00fctzen<\/h3>\n<p>Zero Trust richtet den Blick nicht in erster Linie auf die Grenze eines Netzwerks, sondern auf die konkret zu sch\u00fctzenden Ressourcen. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Anwendungen, Datenbanken, Cloud-Dienste, interne Verwaltungsoberfl\u00e4chen und sensible Unternehmensdaten.<br \/>\nEin Benutzer oder Dienst erh\u00e4lt deshalb nicht automatisch Zugang zu einem gesamten Netzwerkbereich. Stattdessen wird gepr\u00fcft, auf welche einzelne Anwendung oder Ressource tats\u00e4chlich zugegriffen werden darf. Die Zugriffsentscheidung orientiert sich am jeweiligen Schutzbedarf und an den Aufgaben der anfragenden Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>Diese ressourcenbezogene Betrachtung ist insbesondere in hybriden IT-Umgebungen wichtig. Anwendungen und Daten befinden sich h\u00e4ufig nicht mehr ausschlie\u00dflich im eigenen Rechenzentrum, sondern sind \u00fcber lokale Systeme, Cloud-Plattformen und externe Dienste verteilt. Eine feste Netzwerkgrenze eignet sich daher immer weniger als alleinige Grundlage f\u00fcr Zugriffsentscheidungen.<\/p>\n<h3>Auswirkungen erfolgreicher Angriffe durch Segmentierung begrenzen<\/h3>\n<p>Gelingt es einem Angreifer, ein Benutzerkonto, ein Ger\u00e4t oder einen Dienst zu kompromittieren, soll er sich nicht ungehindert innerhalb der gesamten IT-Umgebung bewegen k\u00f6nnen. Segmentierung teilt Netzwerke und Zugriffsbereiche deshalb in kleinere, voneinander getrennte Einheiten auf.<\/p>\n<p>Bei der Mikrosegmentierung werden diese Bereiche besonders fein abgegrenzt. Zugriffe k\u00f6nnen dadurch gezielt auf bestimmte Anwendungen, Systeme oder Kommunikationsverbindungen beschr\u00e4nkt werden. Eine feingranulare Segmentierung erh\u00f6ht zwar den Implementierungs- und Wartungsaufwand. Daf\u00fcr erh\u00e4lt ein kompromittiertes Ger\u00e4t nicht automatisch Zugriff auf weitere Server, nur weil es sich im selben Unternehmensnetzwerk befindet.<\/p>\n<p>Segmentierung verhindert einen erfolgreichen Angriff nicht in jedem Fall. Sie kann jedoch dazu beitragen, laterale Bewegungen zu erschweren, die Ausbreitung eines Angriffs zu begrenzen und besonders kritische Ressourcen zus\u00e4tzlich abzuschirmen.<\/p>\n<h3>Zugriffe und Risiken laufend bewerten<\/h3>\n<p>Eine einmal erteilte Zugriffsberechtigung gilt in einer Zero-Trust-Architektur nicht zwangsl\u00e4ufig f\u00fcr die gesamte Dauer einer Sitzung. Sicherheitsrelevante Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass ein Zugriff erneut bewertet wird.<\/p>\n<p>Zu solchen Ver\u00e4nderungen z\u00e4hlen beispielsweise ein auff\u00e4lliges Benutzerverhalten, ein veralteter Patch-Stand, ein Wechsel des Standorts, eine ungew\u00f6hnliche Uhrzeit oder neue Hinweise auf eine m\u00f6gliche Kompromittierung. Abh\u00e4ngig vom erkannten Risiko kann das System eine zus\u00e4tzliche Authentifizierung verlangen, den Zugriff auf bestimmte Funktionen beschr\u00e4nken oder die Verbindung beenden.<\/p>\n<p>Voraussetzung daf\u00fcr ist eine ausreichende Transparenz \u00fcber Identit\u00e4ten, Ger\u00e4te, Anwendungen und Netzwerkaktivit\u00e4ten. Protokollierung, Monitoring und die Auswertung sicherheitsrelevanter Ereignisse liefern die Informationen, die f\u00fcr dynamische Zugriffsentscheidungen ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<h2>Technische Bausteine einer Zero-Trust-Architektur<\/h2>\n<p>Zero Trust nutzt verschiedene technische und organisatorische Ma\u00dfnahmen, die ineinandergreifen, um Identit\u00e4ten zu pr\u00fcfen, Zugriffe zu steuern und Risiken laufend zu bewerten. Zu den wichtigsten Bausteinen geh\u00f6ren:<\/p>\n<h3>Verwaltung von Identit\u00e4ten und Berechtigungen<\/h3>\n<p>Ein Identity and Access Management (IAM) unterst\u00fctzt Unternehmen dabei, Benutzer, Ger\u00e4te und Dienste zentral zu verwalten. Es legt fest, welche Identit\u00e4t auf welche Ressource zugreifen darf und wann Berechtigungen angepasst oder entzogen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<h3>Einsatz von Multi-Faktor-Authentifizierung<\/h3>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/multi-faktor-authentifizierung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA)<\/a> erg\u00e4nzt das Passwort um einen weiteren Sicherheitsnachweis, beispielsweise eine Authenticator-App oder einen Hardware-Token. Dadurch wird der unbefugte Zugriff deutlich erschwert, wenn Zugangsdaten kompromittiert wurden.<\/p>\n<h3>Pr\u00fcfung des Ger\u00e4tezustands<\/h3>\n<p>Auch das verwendete Ger\u00e4t flie\u00dft in die Zugriffsentscheidung ein. Dabei k\u00f6nnen unter anderem Patch-Stand, Verschl\u00fcsselung, Ger\u00e4tezertifikat und die Einhaltung unternehmensinterner Sicherheitsrichtlinien gepr\u00fcft werden. Nicht konforme oder unbekannte Ger\u00e4te k\u00f6nnen eingeschr\u00e4nkt oder vom Zugriff ausgeschlossen werden.<\/p>\n<h3>ZTNA und Segmentierung<\/h3>\n<p>Zero Trust Network Access (ZTNA) beschr\u00e4nkt Zugriffe auf ausdr\u00fccklich freigegebene Anwendungen und Ressourcen. Erg\u00e4nzend erschwert eine gezielte Segmentierung, dass sich Angreifer nach einer Kompromittierung ungehindert innerhalb der IT-Umgebung bewegen.<\/p>\n<h3>Monitoring und Anomalieerkennung<\/h3>\n<p>Protokollierung und Monitoring schaffen Transparenz \u00fcber Benutzer, Ger\u00e4te, Anwendungen und Netzwerkaktivit\u00e4ten. Auff\u00e4llige Verhaltensmuster oder ver\u00e4nderte Risiken k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass ein Zugriff erneut gepr\u00fcft, eingeschr\u00e4nkt oder beendet wird.<\/p>\n<h3>Zertifikate und PKI<\/h3>\n<p>Digitale Zertifikate erm\u00f6glichen es, Benutzer, Ger\u00e4te, Anwendungen und Dienste eindeutig zu authentifizieren. Eine Public-Key-Infrastruktur (PKI) unterst\u00fctzt Unternehmen dabei, Zertifikate zentral auszustellen, zu verwalten, zu erneuern und bei Bedarf zu widerrufen. Ein strukturiertes <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/grundlagen-von-zertifikatsmanagement\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zertifikatsmanagement<\/a> schafft dabei Transparenz \u00fcber den gesamten Lebenszyklus der eingesetzten Zertifikate.<\/p>\n<p>Innerhalb einer Zero-Trust-Architektur liefern Zertifikate verl\u00e4ssliche Identit\u00e4tsinformationen und k\u00f6nnen verschl\u00fcsselte Verbindungen absichern. Ob eine authentifizierte Identit\u00e4t tats\u00e4chlich auf eine Ressource zugreifen darf, wird weiterhin durch die jeweilige Sicherheitsrichtlinie entschieden. Unternehmen, die eine Public-Key-Infrastruktur nicht vollst\u00e4ndig selbst aufbauen und betreiben m\u00f6chten, k\u00f6nnen zudem den Einsatz von <a href=\"https:\/\/www.psw-group.de\/blog\/pki-as-a-service\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PKI as a Service<\/a> pr\u00fcfen.<\/p>\n<h2>Zero Trust schrittweise einf\u00fchren<\/h2>\n<p>Die Umsetzung einer Zero-Trust-Architektur ist technisch und organisatorisch anspruchsvoll. Sie muss jedoch nicht in einem einzigen Projekt vollst\u00e4ndig erfolgen. Empfehlenswert ist ein schrittweises Vorgehen, das sich am Schutzbedarf der Anwendungen, Daten und Gesch\u00e4ftsprozesse orientiert.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Kritische Ressourcen bestimmen<\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst sollten Unternehmen identifizieren, welche Anwendungen, Daten und Systeme besonders sch\u00fctzenswert sind.<\/li>\n<li><strong>Identit\u00e4ten und Zugriffe erfassen<\/strong><br \/>\nAnschlie\u00dfend gilt es zu kl\u00e4ren, welche Benutzer, Ger\u00e4te, Anwendungen und Dienste auf diese Ressourcen zugreifen und welche Berechtigungen tats\u00e4chlich ben\u00f6tigt werden.<\/li>\n<li><strong>Bestehende Sicherheitsma\u00dfnahmen pr\u00fcfen<\/strong><br \/>\nBereits eingesetzte L\u00f6sungen wie IAM, MFA, Ger\u00e4temanagement, PKI oder Netzwerksegmentierung bilden h\u00e4ufig eine wichtige Grundlage f\u00fcr Zero Trust.<\/li>\n<li><strong>Mit einem klar abgegrenzten Bereich beginnen<\/strong><br \/>\nEin Pilotprojekt f\u00fcr eine besonders kritische Anwendung oder Benutzergruppe hilft dabei, Richtlinien zu testen und Erfahrungen zu sammeln.<\/li>\n<li><strong>Zugriffe \u00fcberwachen und anpassen<\/strong><br \/>\nProtokolldaten und Sicherheitsereignisse zeigen, ob Richtlinien wirksam sind oder Zugriffsrechte weiter eingeschr\u00e4nkt werden sollten.<\/li>\n<li><strong>Die Architektur schrittweise erweitern<\/strong><br \/>\nBew\u00e4hrte Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen anschlie\u00dfend auf weitere Anwendungen, Ger\u00e4te, Standorte und Cloud-Umgebungen \u00fcbertragen werden.<br \/>\nEntscheidend ist, neben der IT auch Fachabteilungen, Datenschutz, Compliance und Unternehmensleitung in die Planung einzubeziehen. Neue Zugriffsregeln k\u00f6nnen bestehende Prozesse, Zust\u00e4ndigkeiten und Arbeitsabl\u00e4ufe ver\u00e4ndern und sollten deshalb organisatorisch abgestimmt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Herausforderungen und typische Fehler<\/h2>\n<p>Die Einf\u00fchrung einer Zero-Trust-Architektur kann insbesondere in historisch gewachsenen IT-Umgebungen mit technischen und organisatorischen Herausforderungen verbunden sein. Zu den h\u00e4ufigsten geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Fehlende \u00dcbersicht \u00fcber Systeme und Zugriffsrechte<\/strong><br \/>\nVeraltete Benutzerkonten, un\u00fcbersichtliche Rollenmodelle und \u00fcber Jahre angesammelte Berechtigungen erschweren die Umsetzung des Least-Privilege-Prinzips.<\/li>\n<li><strong>Legacy-Systeme und komplexe Infrastrukturen<\/strong><br \/>\n\u00c4ltere Anwendungen unterst\u00fctzen moderne Authentifizierungs- und Autorisierungsverfahren m\u00f6glicherweise nur eingeschr\u00e4nkt. Auch hybride Umgebungen erh\u00f6hen den Integrationsaufwand.<\/li>\n<li><strong>Abstimmung verschiedener Sicherheitsl\u00f6sungen<\/strong><br \/>\nIAM, MFA, Ger\u00e4temanagement, PKI, Netzwerkkomponenten und Monitoring m\u00fcssen verl\u00e4ssliche Informationen austauschen und auf abgestimmte Richtlinien zur\u00fcckgreifen.<\/li>\n<li><strong>Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz<\/strong><br \/>\nZu h\u00e4ufige Authentifizierungsanfragen oder unn\u00f6tig restriktive Regeln k\u00f6nnen Arbeitsabl\u00e4ufe beeintr\u00e4chtigen. Zugriffsrichtlinien sollten deshalb risikobasiert gestaltet und verst\u00e4ndlich kommuniziert werden.<\/li>\n<li><strong>Datenschutz und laufender Betriebsaufwand<\/strong><br \/>\nDie Auswertung von Benutzer-, Ger\u00e4te- und Verhaltensdaten muss datenschutzkonform erfolgen. Gleichzeitig m\u00fcssen Identit\u00e4ten, Berechtigungen, Zertifikate und Sicherheitsrichtlinien dauerhaft gepflegt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Zero Trust als langfristige Sicherheitsstrategie<\/h2>\n<p>Ein h\u00e4ufiger Fehler besteht darin, Zero Trust als einmaliges Technologieprojekt zu betrachten. Erfolgreich ist der Ansatz nur dann, wenn technische Ma\u00dfnahmen, organisatorische Prozesse und klare Verantwortlichkeiten dauerhaft zusammenspielen.<\/p>\n<p>Zero Trust Security ersetzt nicht s\u00e4mtliche bestehenden Sicherheitsma\u00dfnahmen. Der Ansatz verbindet Identit\u00e4tsmanagement, starke Authentifizierung, Ger\u00e4tesicherheit, Segmentierung, Monitoring und digitale Zertifikate zu einer ressourcenorientierten Sicherheitsarchitektur.<br \/>\nUnternehmen sollten dabei nicht versuchen, ihre gesamte IT-Infrastruktur auf einmal umzustellen. Sinnvoller ist es, besonders sch\u00fctzenswerte Anwendungen und Daten zu priorisieren, bestehende Zugriffsrechte zu \u00fcberpr\u00fcfen und mit klar abgegrenzten Anwendungsf\u00e4llen zu beginnen.<\/p>\n<p>Eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Identit\u00e4ten, Ger\u00e4te, Berechtigungen und Zertifikate zeigt, welche Grundlagen bereits vorhanden sind und wo noch Handlungsbedarf besteht. Auf dieser Basis l\u00e4sst sich Zero Trust schrittweise und abgestimmt auf die individuellen Sicherheitsanforderungen des Unternehmens einf\u00fchren und kontinuierlich weiterentwickeln.<\/p>\n<div class=\"shariff\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fzero-trust-kein-blindes-vertrauen%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fzero-trust-kein-blindes-vertrauen%2F&text=Zero%20Trust%20Security%3A%20Prinzipien%2C%20Bausteine%20und%20Umsetzung%20im%20Unternehmen\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button xing shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#29888a\"><a href=\"https:\/\/www.xing.com\/spi\/shares\/new?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fzero-trust-kein-blindes-vertrauen%2F\" title=\"Bei XING teilen\" aria-label=\"Bei XING teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#126567; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 25 32\"><path fill=\"#126567\" d=\"M10.7 11.9q-0.2 0.3-4.6 8.2-0.5 0.8-1.2 0.8h-4.3q-0.4 0-0.5-0.3t0-0.6l4.5-8q0 0 0 0l-2.9-5q-0.2-0.4 0-0.7 0.2-0.3 0.5-0.3h4.3q0.7 0 1.2 0.8zM25.1 0.4q0.2 0.3 0 0.7l-9.4 16.7 6 11q0.2 0.4 0 0.6-0.2 0.3-0.6 0.3h-4.3q-0.7 0-1.2-0.8l-6-11.1q0.3-0.6 9.5-16.8 0.4-0.8 1.2-0.8h4.3q0.4 0 0.5 0.3z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><li class=\"shariff-button linkedin shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#1488bf\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/sharing\/share-offsite\/?url=https%3A%2F%2Fwww.psw-group.de%2Fblog%2Fzero-trust-kein-blindes-vertrauen%2F\" title=\"Bei LinkedIn teilen\" aria-label=\"Bei LinkedIn teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#0077b5; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 27 32\"><path fill=\"#0077b5\" d=\"M6.2 11.2v17.7h-5.9v-17.7h5.9zM6.6 5.7q0 1.3-0.9 2.2t-2.4 0.9h0q-1.5 0-2.4-0.9t-0.9-2.2 0.9-2.2 2.4-0.9 2.4 0.9 0.9 2.2zM27.4 18.7v10.1h-5.9v-9.5q0-1.9-0.7-2.9t-2.3-1.1q-1.1 0-1.9 0.6t-1.2 1.5q-0.2 0.5-0.2 1.4v9.9h-5.9q0-7.1 0-11.6t0-5.3l0-0.9h5.9v2.6h0q0.4-0.6 0.7-1t1-0.9 1.6-0.8 2-0.3q3 0 4.9 2t1.9 6z\"\/><\/svg><\/span><span class=\"shariff-text\">teilen<\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klassische Sicherheitsarchitekturen konzentrierten sich lange darauf, die Grenze zwischen einem vermeintlich vertrauensw\u00fcrdigen internen Netzwerk und externen Netzen abzusichern. 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